Berlin: Friedrichstraße wird zur Fußgänger*innen- und Radfahrer*innenzone

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Flaniermeile unter Bäumen mit geordnetem Lieferverkehr

Die Friedrichstraße wird zum Verkehrsversuch: Von Juni bis November gehört die Friedrichstraße den Fußgänger- und Radfahrer*innen. Das Konzept wurde von Changing Cities entwickelt und wird nun von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz umgesetzt.

Das Netzwerk Fahrradfreundliche Mitte, ein Projekt von Changing Cities, hat eine erste Flaniermeile im Zentrum der Stadt durchgesetzt. Die Strecke Französische bis Leipziger Straße wird ab diesem Sommer zur „Straße der Zukunft“: als Fußgängerzone mit Radweg und einem durchdachten Konzept für den Wirtschaftsverkehr über Lieferzonen.

„Seit über einem Jahr haben wir als zivilgesellschaftlicher Player konkrete Pläne für ein Gesamtkonzept zur Strukturierung des Verkehrs in Berlins Mitte entwickelt und im Gespräch mit wesentlichen Beteiligten abgestimmt. Dass jetzt die Friedrichstraße als Verkehrsversuch umgesetzt wird, ist ein klares Zeichen dafür, dass klimaangepasste Stadtplanung bei der Berliner Wirtschaft und Politik angekommen ist.“, sagt Dr. Stefan Lehmkühler von Changing Cities. „Ein halbes Jahr Testphase ist ein klares Votum für eine lebenswerte Stadt!“

Das Konzept zur Neugestaltung der Friedrichstraße für Pkw sichert die Erreichbarkeit für Ver- und Entsorgung, die Feuerwehr, den Wirtschaftsverkehr und die sonstigen notwendigen Verkehre. Prinzipielles Ziel ist es, die Lebens- und Aufenthaltsqualität sowie die angeschlagene Wirtschaftlichkeit der Straße zu verbessern. Studien u.a. aus Wien zeigen, dass die Befreiung von Pkw-Verkehr den Umsatz der anliegenden Geschäfte steigert. In Zeiten des Online-Handels ist eindeutig: Wenn die Aufenthaltsqualität im Umfeld der Geschäfte wächst und wenn eine Entschleunigung durch Rad- und Fußverkehr statt gehetzter Parkplatzsuche stattfindet, profitieren die Gewerbetreibenden.

Ausgebaut werden soll die Strecke bis zum Checkpoint Charlie in zwei Phasen. Der Verkehrsversuch ist so konzipiert, dass die Umsetzung der Verkehrsberuhigung laufend überprüft und angepasst werden kann – ein Novum in Berlin, wo Verkehrsplanung bislang eher als Endergebnis langer, vorausgehender Prüfung verstanden wird.

„Wirklich gute Stadtplanung kann man nicht nur am Reißbrett entwickeln. Wer mutige Ideen hat, muss auch dazu bereit sein, die Realisierung an tatsächliche Bedürfnisse anzupassen. Experimentierräume wie dieser Verkehrsversuch sind eine geeignete Möglichkeit, den komplexen Strukturen einer Großstadt gerecht zu werden.”, kommentiert Nicolai Schlepphorst vom Netzwerk Fahrradfreundliche Mitte.

Weiterführende Links:

Das Verkehrsberuhigungskonzept der Friedrichstraße vom Netzwerk fahrradfreundliche Mitte