Schildbürgerstreich

Bochum vergisst bei Brücke den Radweg – ein Schildbürgerstreich einer Stadt, die es immerhin geschafft hat, 2016 in die Arbeitsgemeinschaft Fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) aufgenommen zu werden.

Die WAZ berichtete dazu im Gesamtteil ihrer NRW-Ausgabe sowie im Bochumer Lokalteil mit einem Beitrag des ADFC und einem deftigen Kommentar. (Foto: Bernd Kiesewetter)

Artikel der WAZ in der NRW-Ausgabe vom 03.10.2019:

Bochum vergisst bei Brücke den Radweg

Bei einer neuen Brücke der Wittener Straße über den Sheffield- und Nordhausenring wurde auf der insgesamt vierspurigen Fahrbahn kein eigener Radstreifen angelegt. Zudem ist auf den beiden seitlichen Gehwegen, obwohl sie sehr breit sind, das Radfahren nicht erlaubt. Das teilte die Stadt auf Anfrage der WAZ mit. Die Regelung soll vorerst auch so bleiben. Die Stadtverwaltung empfiehlt Radfahrern, statt über die vielbefahrene Brücke einen Umweg zu fahren. B.Ki.

Kommentar von Bernd Kiesewetter in der WAZ im Bochumer Teil vom 03.10.2019:

Die Stadt hat eine Chance vertan

Für Radfahrer in Bochum ist in den vergangenen Jahren eine Menge getan worden. Zuletzt wurde erst die Springorum-Trasse bis Dahlhausen eröffnet. Fahrradfahren in Bochum kann auch an vielen anderen Stellen richtig Laune machen.

Dass jedoch auf der neuen Brücke auf der Wittener Straße kein Platz für Radfahrer geschaffen wurde, ist ein schwerer Rückschlag bei den Bemühungen der Stadt, gute Bedingungen fürs umweltfreundliche Zweirad zu schaffen.

Erst 2016 ist die Stadt mit großem Aufwand in die „Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte NRW“ aufgenommen worden. Mit der Entscheidung gegen einen Radweg auf der Brücke – nicht einmal auf dem sehr breiten Gehweg – hat die Stadt jetzt ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Hätte sie eine Lösung geschaffen, hätte sie auch solchen Radfahrern etwas den Wind aus den Segeln nehmen können, die ewig unzufrieden sind mit der Rad-Situation in Bochum und ständig meckern. Diese Chance wurde vertan.

Und was eine Umfahrung über Feldmark und Havkenscheider Straße angeht: Radfahrern, die schnell von A nach B kommen wollen, einen kilometerweiten Umweg zu empfehlen, ist lebensfremd.

(Verantwortlich für diesen Beitrag: Jutta Schröder, urbanRadeling)