Geh- von Radwegen trennen!

Fahrräder haben auf Bürgersteigen nichts zu suchen. Immer wieder beschweren sich zurecht Fußgänger*innen über Radfahrende auf Gehwegen. Dabei empfinden sich Fahrradfahrer*innen ja selbst als Gefahr für Spaziergänger*innen. Von der unakzeptablen Situation auf kombinierten Rad- und Fußwegen sind beide Parteien betroffen.

Denn es handelt sich um ein strukturelles Problem der Verkehrsplanung zugunsten des motorisierten Verkehrs. Sichere Wege für Fußgänger*innen und Radfahrende bedeuten eine klare bautechnische Trennung von Geh- und Radwegen. Aber darauf nimmt die Stadtplanung Bochums keine Rücksicht. Weiterhin werden kombinierte Rad- und Fußwege geplant, selbst an Haltestellen wie am Rechener Park mit zwei angrenzenden Schulen.

Aber die Zukunft auf unseren Straßen wird anders aussehen müssen als bisher, ob wir dies wollen oder nicht. Der Klimawandel fordert es ein. Der ÖPNV muss ausgebaut werden und immer mehr Radfahrende werden das Straßenbild bestimmen. Deshalb ist Bochum angesichts der weltweiten Debatten um den Klimawandel reif für einen mutigen Perspektivwechsel. Zumal Bochum den Klimanotstand ausgerufen hat.

Das Bündnis Radwende setzt sich seit Frühjahr 2019 für bessere Bedingungen für den Radverkehr ein. Denn seit Jahrzehnten hat sich trotz verbaler Zusagen von Politik und Stadtverwaltung viel zu wenig getan. Das Bündnis hinterfragt deshalb die Aussagen des Stadtsprechers Thomas Sprenger zu 500 km Radwegen in Bochum im Beitrag zur Helmpflicht in der WAZ vom 04.09.2019. Denn sicherlich sind darin die kritisierten, kombinierten Geh- und Fußwege ebenso enthalten wie schlecht gepflegte und für Radfahrer*innen frei gegeben Fußwege. Eine gute Lösung für Fußgänger und Radfahrer*innen sieht anders aus.

Ein vorbildliches Radwegenetz ist nötig, um mehr Menschen ein sicheres Fahrradfahren zu ermöglichen. Die Radwende-Bochum hat dazu zentrale Forderungen aufgestellt, die das Ziel haben, mit Spaß statt Stress Rad fahren zu können: Den Stellenwert des Radfahrens erhöhen, überall entspannt und sicher Rad fahren, fahrradfreundliche Kreuzungen und Ampeln, flächendeckend Stellplätze fürs Rad.

Um diese Forderungen nachhaltig umzusetzen, benötigt Bochum mehrere Radverkehrsbeauftragte mit Vetorecht bei allen Planungen. Dortmund macht es gerade vor und hat zehn neue Planstellen für den Radverkehr beschlossen, die auf einen Antrag der dortigen SPD beruhen. Dortmund hat nun 14,5 statt 4,5 Stellen – ein gutes Beispiel gleich nebenan.